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Gießens Chance auf Revanche: Gelingt Chemnitz der erste Sieg im Pokal seit drei Jahren?

Die besondere Brisanz: Das erste Spiel der Saison, die erste Runde im Netto BBL Pokal, und es heißt "Do or die". Dabei warten nicht nur die NINERS Chemnitz immerhin seit drei Jahren auf einen Sieg im Pokal-Wettbewerb. Letztmals gelang es ihnen, 2023 eine Runde zu überstehen – ausgerechnet gegen die GIESSEN 46ers, als sie sich im Achtelfinale mit 89:64 durchsetzten. Bis zur selben Spielzeit reicht auch der letzte Sieg der Gastgeber im Pokal zurück, als sie in der ersten Runde mit 79:73 gegen die HAKRO Merlins Crailsheim gewannen, dann aber eben auf Chemnitz trafen.
Status quo: Die GIESSEN 46ers hatten zunächst zwei Testspiele absolviert. Nach einer 81:88-Niederlage beim ProA-Konkurrenten in Koblenz (EPG Baskets) gab es auch gegen Aufsteiger Phoenix Hagen mit 91:102 eine Pleite. Nach dieser konstatierte Trainer Branislav „Frenki“ Ignjatovic aber mit Zuversicht: „Der Test aber hat uns gezeigt, dass wir auf einem guten Weg sind.“ Und den beschritt das Team aus Hessen weiter: Es folgten ein 95:80-Sieg gegen die BG Göttingen und die Finalteilnahme beim Vorbereitungsturnier in Salzburg. Dort unterlagen die 46ers erst dem tschechischen Erstligisten Sokol Pisek im Finale mit 79:87.
Die NINERS Chemnitz haben drei Testspiele gegen direkte Ligakonkurrenz absolviert: Dabei verloren sie zwar den Auftakt gegen die BMA365 Bamberg Baskets (97:102), gewannen aber gegen die beiden anderen Ost-Klubs Science City Jena (98:92) und den SYNTAINICS MBC (100:89). Anschließend gab es noch zwei Tests gegen den polnischen Meister Legia Warschau, wobei sie das erste Spiel mit 92:87 gewannen, im zweiten aber mit 68:74 unterlagen.
Duell im Fokus: Auf der Aufbauposition stehen sich zwei Scoring-starke Spieler gegenüber. Chemnitz' Cobe Williams legte über die vergangene Saison in der easyCredit BBL im Schnitt 14,3 Punkte für Bamberg auf und packte da im Pokal – den er mit seinem alten Arbeitgeber gewinnen konnte – mit 17,6 Punkten pro Spiel sogar noch eine Schippe drauf. Zachery Cooks war bei seinem vorherigen Klub in Bonn mit 6,7 Punkten über die Saison nicht ganz so auffällig, zeigt aber jetzt in Gießen, was in ihm steckt: In der Saison-Vorbereitung war er durchgehend Topscorer mit über 20 Punkten im Schnitt.

Die ewige Bilanz: Seit 2020 gab es fünf Duelle zwischen den beiden Teams, viermal gingen die NINERS als Sieger vom Feld. Dabei zuletzt vor drei Jahren im einzigen Pokal-Duell der beiden.
Am Rande der Bande: Dort dürfte es bei diesem Spiel voll und laut werden. Bei höchstem Fassungsvermögen haben 4.003 Zuschauende in der Sporthalle Gießen-Ost Platz. Und es dürften sich wohl auch einige Fans aus Chemnitz auf den Weg nach Hessen machen, da schon 2.043 sich das Testspiel gegen Warschau zuletzt angesehen haben.
Im Blick des Bundestrainers: Im letzten Länderspielfenster war auf beiden Seiten kein Akteur für ein Nationalteam unterwegs, was aber bedeutet: Alle standen schon frühzeitig fürs Mannschaftstraining in der Halle. Aufgrund des Neuaufbaus des Chemnitzer Kaders wird sich allerdings erst noch zeigen müssen, auf wen Alex Mumbru dort mal genauer schauen sollte. Die Team-Preview zum personellen Neustart bei den NINERS Chemnitz findet sich hier.
Alte Bekannte: In Chris Carter ist ein aufstiegserprobter Veteran nach Gießen gewechselt. Ihm gelang es mit vier Teams, sich für die höchste deutsche Basketballliga zu qualifizieren. Darunter neben RASTA Vechta, den ROSTOCK SEAWOLVES und zuletzt Science City Jena auch in der Saison 2019/2020 mit den NINERS Chemnitz. Nun hat sich Carter den 46ers angeschlossen, mit denen er das Kunststück vielleicht sogar ein fünftes Mal wiederholt.
Wie Carter feierten auch Luis Figge und Cooks je einen Aufstieg. Während Cooks mit Jena aufstieg, war Figge ebenfalls im Trikot der NINERS aktiv, als das Team aus Sachsen den Sprung in die erste Liga schaffte.
Das wohl bekannteste Gesicht in Gießen ist aber ohne Frage Robin Benzing. Der ehemalige Kapitän des deutschen Nationalteams (167 Länderspiele) geht in seine vierte Saison mit dem Team aus Hessen. Gemeinsam mit Figge stand er übrigens auch schon im letzten Pokal-Aufeinandertreffen der beiden Teams auf dem Feld.
German Basketball is mad sexy: Seit über 30 Jahren geht Willi Wichard zu den Heimspielen der GIESSEN 46ers – und hat in dieser Zeit nur fünf Spiele verpasst. Inzwischen ist der gute Mann über 90 Jahre alt, teilt seine Leidenschaft aber schon seit jeher bedingungslos mit seiner Partnerin. Da die beiden sogar im Fernsehen den Basketball vielen anderen Programmen vorziehen, stellt sich die Frage wahrscheinlich gar nicht, ob sie die Welt- und Europameistertitel der Deutschen zuletzt verfolgt haben. Und sind wir mal ehrlich: German Basketball ist eben so mad sexy, dass auch mal der Tatort locker hinten anstehen kann, zumal aktuell ja sogar noch die WM der Frauen im eigenen Land läuft!
Wie gehts weiter: Der Sieger dieser Partie trifft im Achtelfinale ebenfalls auf einen Erstligisten, der durch die erste Runde musste, nämlich den Gewinner aus dem Duell der Eisbären Bremerhaven gegen die Basketball Löwen Braunschweig.
Fernsehen / Livestream: Die Partie wird Samstag ab 18:15 Uhr live hier bei Dyn übertragen. Kommentator ist Florian von Stackelberg.