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Insgesamt sieben Dreier in der Verlängerung: Bamberg greift nach 103:97 über München nach dem siebten Pokal-Titel

Wer gewinnt den ersten Titel der Saison und schnappt sich den BBL Pokal? Die BMA365 Bamberg Baskets haben durch den sensationellen 103:97-Halbfinalerfolg nach Verlängerung über den FC Bayern Basketball die Chance, den begehrten Pott zum insgesamt siebten Mal nach „Freak City“ zu holen. Der überragende Cobe Williams schiebt die Partie zugunsten der Regnitzstädter mit seinem ersten Double-Double der BBL-Saison (22 Punkte, 10 Assists) - inklusive zweier wichtiger Dreier während der Extraschicht - schlussendlich über die Ziellinie. Für München legt Nenad Dimitrijevic mit 24 Punkten einen neuen persönlichen Bestwert auf.
Spielverlauf und Wendepunkt: Die Franken kamen besser aus den Startblöcken und suchten zunächst die Flucht nach vorn. Angetrieben durch EJ Onu, der auf nationaler Ebene seinen erst dritten Dreier (bei 19 Versuchen) verwandelte, gab Bamberg den Ton an, ehe der FC Bayern Basketball defensiv mehr Zugriff aufs Geschehen erlangte. Vor allem die Achse um Justus Hollatz und Vladimir Lucic sorgte mit cleverer Entscheidungsfindung dafür, dass der Turnierausrichter eine schmale Führung mit in die Viertelpause nehmen konnte (22:20, 10. Minute).
Dem Umstand entsprechend, dass an der Seitenlinie in Svetislav Pesic (München) und Anton Gavel (Bamberg) zwei anerkannte Defensivfetischisten standen, verwunderte es wenig, dass die Partie noch vor der Pause deutlich physischer wurde. Die wenigen sich in der Zone ergebenden Chancen wurden beidseits zu selten genutzt, sodass vermehrt Würfe aus der Distanz genommen wurden. Da allerdings sowohl der FCB (2/12) als auch „Freak City“ (5/20) von jenseits des Perimeters schwächelten, blieb es durchgehend eng (36:34, 20. Minute).
Nach dem Seitenwechsel blieb die Partie weiter zäh (zumindest offensiv). Erst rare Dreier durch Isiaha Mike und Moritz Krimmer brachten etwas Schwung ins Geschehen, was die Fans beider Lager direkt lautstark beklatschten. Bamberg blieb bissig und konnte sich auf den langsam auftauenden Ibi Watson verlassen, der das Momentum auf die Seite seiner Farben riss, sodass die Bühne für eine packende Schlussphase bereitet war (53:54, 30. Minute).
Es überraschte wenig, dass der bis dahin kaum in Erscheinung getretene Andreas Obst dem Spiel binnen kürzester Zeit seinen Stempel aufdrückte. Erst versenkte der Welt- und Europameister einen Dreier, verwandelte daraufhin vier Freiwürfe und packte noch einen Leger oben drauf - oder: Der Nationalspieler markierte neun Punkte in knapp zwei Minuten (70:66, 35. Minute). Doch Cobe Williams zeigte sich davon reichlich unbeeindruckt, klaute Obst kurz darauf den Ball und brachte Bamberg durch seine Drives pünktlich zur Crunchtime wieder in Front. Als Moritz Krimmer wenig später den fränkischen 12:2-Lauf krönte, schien sich das Blatt langsam endgültig zugunsten Bambergs zu wenden (72:78, 38. Minute). Doch München hatte noch ein, zwei Asse im Ärmel: Zunächst entfachte Obst von „Downtown“ einen Funken Hoffnung, den Nenad Dimitrijevic bei noch 11,3 Sekunden verbleibender Restspielzeit zum Ausgleich für die Verlängerung entfachte (83:83, 40. Minute).
In der Extraschicht mobilisierten beide Seiten nochmals die letzten Kräfte und lieferten sich einen wahren Shootout von jenseits der 6,75 Meter-Linie. Im Wechsel versenkten München und Bamberg satte sieben Dreier hintereinander, was die 11.500 auf den Rängen komplett in Ekstase versetzte (97:99, 45. Minute). Nach dem letzten Treffer durch Watson musste München taktisch foulen und brachte den Flügel an die Linie, wo der Amerikaner eiskalt beide Boni verwandelte (97:101). Ein zweites FCB-Comeback blieb jedoch aus, sodass es Demarcus Demonia vorbehalten blieb nach insgesamt zehn Führungswechseln und 19-mal unentschieden an der Linie für den Endstand zu sorgen.

Duell im Fokus: Mit ihrer Variabilität sorgten sowohl Vladimir Lucic als auch Ibi Watson immer wieder für Wirbel in des Gegners Defensivlinien. Auch wenn sich der Serbe aus dem Feld schwer tat (1/6 Dreier), kam er über seine Dribblings und kluge Cuts immer wieder zum Brett. Schlussendlich markierte Lucic starke 17 Punkte, blieb in der Verlängerung allerdings ohne Zähler. Auf der Gegenseite schwang sich Watson zu 24 Zählern auf, von denen er deren sieben in der Extraschicht markierte. Mit sechs Rebounds und sieben Assists zeigte er sich zudem von seiner gewohnt teamdienlichen Seite.
Zahlen, bitte: 27,8 … Prozent aller Münchener Dreierversuche fanden lediglich ihr Ziel (10/36), während Bamberg satte 16 von 41 Würfen aus der Distanz verwandelte (39,0 Prozent). In den 45 Nettominuten leisteten sich die Baskets gerade einmal neun Ballverluste, der FCB kam auf 15 Turnover.
Spieler der Partie: Lange tat er sich schwer gegen den Druck der Münchener Verteidigung, doch nach der Pause schwamm sich Cobe Williams immer mehr frei und drückte dem Spiel seinen Stempel auf. Satte 18 seiner 22 Zähler brachte er nach der Pause auf die Anzeigetafel, mit zehn Assists verteilte er so viele Vorlagen wie noch nie in seiner easyCredit BBL-Karriere.

Die Deutschen: Nationalspieler Andreas Obst brachte sich mit 17 Zählern ein. Bei Bamberg legte Moritz Krimmer mit 18 Punkten und acht Rebounds einen heißen Flirt mit einem Double-Double hin.
Weise Worte: „Wir haben uns den Sieg hart erkämpft“, konstatierte ein erschöpfter Ibi Watson nach der Schlusssirene. „Für uns war entscheidend, dass wir als Team beisammen geblieben sind und immer an uns geglaubt haben. Wenn wir so hart spielen wie heute, haben wir gegen jedes Team der Liga eine Chance.“
Sensation-Sieg: Ist es angemessen, von einer Sensation zu sprechen? Nun ja: Während die Bayern mit 18,03 Millionen Euro ligaweit mit Abstand den größten geplanten Spieleretat vorweisen, geben die Bamberger mit 1,46 Millionen das wenigste Geld für das Spielerpersonal aus. So betrachtet war der Sieg der Franken schon eine Sensation.
Am Rande der Bande: … saßen im SAP Garden zu München bestens unterhaltene 11.500 Zuschauer.
So geht’s weiter: Die BMA365 Bamberg Baskets spielen am Sonntag, den 22.02.2026, an gleicher Stelle um den Gewinn des BBL Pokal - der Tipoff ist für 16:30 Uhr angesetzt. Der FC Bayern Basketball muss bereits am Donnerstag, den 26.02.2026, in der Euroleague bei Real Madrid ran (Spielbeginn: 20:45 Uhr).
Video: Highlights zu dieser Partie gibt es in Kürze hier bei Dyn oder auch auf dem Youtube-Kanal von Dyn und der Liga.