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Späte Revanche für die Playoffs 2024? Vechta empfängt Chemnitz am Ende einer intensiven Woche

Die besondere Brisanz: Es war und ist eine durchaus knackige Woche für RASTA Vechta. Die Niedersachsen waren zunächst am Montag in der easyCredit BBL bei den SKYLINERS gefordert, spielten dann am Mittwoch im Europe Cup beim rumänischen Klub Ramnicu Valcea und treffen nun am Sonntag zum Abschluss im BBL Pokal auf die NINERS Chemnitz. Wie steht es da um die Kräfte für das K.-O.-Duell? Chemnitz stand unter der Woche am Mittwoch auswärts vor der schweren EuroCup-Aufgabe bei Besiktas Istanbul. Reisestress hatten also beide Teams zu bewältigen, aber eines sollte sicher sein: Dieses „Do or die“-Spiel wird beiderseits alle Kräfte wecken.

Status Quo: Es läuft ganz gut bei Vechta. Gegen die SKYLINERS gab es einen 93:89-Sieg, in der Gruppenphase des FIBA Europe Cup ein deutliches 91:72 bei CS Valcea. Überhaupt hat RASTA in sieben Saisonspielen (inkl. Pokal und internationalem Wettbewerb) erst eine Niederlage einstecken müssen. Chemnitz ist dagegen – gerade international – schon etwas leidgeprüfter. In der easyCredit BBL gab es zwar in vier Spielen ebenfalls erst eine Niederlage, die war am ersten Spieltag gegen ratiopharm ulm. Aus den drei Spielen im EuroCup haben sie aber erst einen Sieg mitgenommen, zuletzt gab es am Mittwoch bei Besiktas Istanbul eine knappe 88:93-Niederlage.

Am Rande der Bande: Mit John Newman (Jochbeinbruch gegen Hamburg), Roman Bedime (Schulter-OP) und Julian Steinfeld (Kniebeschwerden) stehen drei Spieler schon länger auf der Krankenliste. Kostja Mushidi spielte nach Nasenbeinbruch gegen Heidelberg mit Maske schon wieder, setzte aber am Mittwoch krankheitsbedingt aus.

Was die Lokalpresse schreibt: Noch Anfang der Woche war sich Thomas Reibetanz in seinem Kommentar bei die FREIE PRESSE bezüglich der NINERS sicher: "Noch ist nichts erreicht [...] doch mit diesem Team ist alles möglich." Und das obwohl Chemnitz aktuell Verletzungssorgen umtreiben. Dazu gibt es gerade ein heißes Gerücht. Denn wie dort ebenfalls zu lesen ist, basteln die NINERS wohl an einer möglichen Nachverpflichtung: Gavin Schilling soll es möglicherweise werden, der vergangene Saison bei den Basketball Löwen Braunschweig unter Vertrag stand.

Zahlen, bitte: Die bislang beste Offensive der Liga kommt aus Chemnitz (96,0 PPG) und trifft mit Vechta auf die achtbeste (87,3). Vechta wiederum führt die Liga bei den Dreiern mit einer Quote von durchschnittlich 41,2 Prozent an, Chemnitz hat hier als 13. mit 33,1 Prozent noch Verbesserungspotenzial. Fehlendes Wurfglück gleichen die NINERS dafür am Brett besser aus, greifen sie mit 40,5 Rebounds pro Spiel im Schnitt etwa sechs mehr ab als Vechta mit 34,3.

Die ewige Bilanz: Zehnmal standen sich die beiden Clubs bereits seit 2020 gegenüber, Chemnitz führt mit 6-4. Im Pokal ist die Paarung eine Erstauflage, in den Playoffs hingegen gab es schon eine Serie: In der Saison 2023/2024 beendeten die NINERS eine starke RASTA-Saison im Viertelfinale mit 3-1. In der Saison 2024/2025 feierte Vechta derweil mit 23 Punkten Differenz den bis dato höchsten Sieg gegen Chemnitz (89:66).

Duell im Fokus: Wem wird es bei diesem K.-O.-Duell besser gelingen, das Spiel zu strukturieren? Beide Clubs verfügen über starke Spielgestalter, die jeweils der Kategorie „routiniert“ zugerechnet werden dürfen. Vechtas Rückkehrer Tommy Kuhse, der im Saisonschnitt auf 20,3 Punkte und 3,3 Assists kommt, egalisierte am Montag beim Sieg in Frankfurt seine bisherige Bestleistung in der easyCredit BBL mit 27 Zählern. Bei Chemnitz hat Corey Davis mit seinen 14,8 Punkten und 7,5 Assists großen Anteil daran, dass der Saisonstart mit 3:1-Siegen trotz einiger personeller Probleme positiv ausgefallen ist.

Tommy Kuhse (mit Ball) möchte eine anstrengende RASTA-Woche mit dem Einzug ins Pokal-Viertelfinale krönen. (Foto: Christian Becker)

Der Weg ins Achtelfinale: RASTA setzte sich in der ersten Runde des BBL Pokals mit 80:70 beim ProA-Team aus Gießen durch, benötigte für das Weiterkommen allerdings ein starkes viertes Viertel und einen glänzend aufgelegten Tommy Kuhse, der 25 Punkte machte. Die NINERS durften aufgrund ihres guten Abschneidens in der Vorsaison in der ersten Runde als eines von acht Teams zuschauen.

Rekordverdächtig: Kein Trainer ist in der easyCredit BBL länger ununterbrochen an einem Standort aktiv als Rodrigo Pastore in Chemnitz. Seit 2015 und damit inzwischen zehn Jahren leitet er die Geschicke der NINERS. Beim Gegner aus Vechta sieht die Geschichte anders aus: Im selben Zeitraum fungierten als Headcoaches Andreas Wagner, Doug Spradley, Pedro Calles, Thomas Päch, Derrick Allen, Marius Graf, Vladimir Lucic, Ty Harrelson, Martin Schiller und aktuell Christian Held.

Im Blick des Bundestrainers: Neben den DBB-erprobten Mushidi (zwei Länderspiele) und Philipp Herkenhoff (acht) sei noch auf drei andere Namen verwiesen. Zuerst einmal steht mit Luc van Slooten (zwei Länderspiele) bei Vechta ein (immer noch erst) 23-jähriger im Kader, der schon 2018 – also mit 16 Jahren – in der Basketball Bundesliga debütierte. Gerade unter diesem Gesichtspunkt ist van Slooten „erst“ 23, allerdings wird es langsam Zeit für einen größeren Durchbruch. Mit Joschka Ferner (29 Jahre) und Kevin Yebo (29) gibt es dazu noch zwei Spieler, die ohne Länderspieleinsatz sind – und zugegebenermaßen – auch schon ein wenig älter. Aber sie haben beide unter der Woche gezeigt, wozu sie fähig sind. Ferner versenkte im Europe Cup sechs von acht Dreiern für 18 Punkte, Yebo legte im EuroCup sogar 32 Punkte auf.

In Europa und weltweit  – German Basketball is mad sexy: Wie der Vater, so der Sohn? Vechtas Trainer Christian Held könnte sich innerfamiliären Rat holen, was den Gewinn des Pokals angeht. Denn sein Vater Ralph gewann die Trophäe zweimal mit Trier (1998 und 2001) und einmal mit Oldenburg (2015), jeweils als Assistenztrainer. Da Held Senior allerdings als Sportdirektor der VET-CONCEPT Gladiators selbst Hoffnungen auf den großen Coup hegt, dürften sich die Tipps in Grenzen halten. So oder so ist Familie Held aufgrund der engen Verknüpfung mit dem deutschen Basketball ein tolles Beispiel dafür, dass dieser schon seit Jahrzehnten mad sexy ist!

Fernsehen / Livestream: Die Partie wird am Sonntag, den 19.10.2025, ab 17:45 Uhr live bei Dyn übertragen. Kommentator ist Sebastian Meichsner. Der Sender strahlt alle Begegnungen der easyCredit BBL, des BBL Pokals sowie Spiele der Basketball Champions League, des FIBA Europe Cups und der amerikanischen Collegeliga NCAA aus. Das umfangreiche Basketball Live-Programm wird von redaktionellen Formaten ergänzt, die auf der Dyn-Plattform und im Anschluss über die Social-Media-Kanäle von Dyn frei empfangbar sein werden. Dyn ist über den Webbrowser, Mobilgeräte, Tablets, Streaming-Sticks und Smart-TVs verfügbar. Für Sportfans, von Sportfans. Dyn Basketball. Dein Sender. Dein Sport.