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Pokal-Drama in Rostock: Jena zieht Dank Bank-Gamewinner ins Viertelfinale ein

Science City Jena fährt in einem nervenaufreibenden Krimi im Achtelfinale des BBL Pokals einen hauchdünnen 80:79-Auswärtserfolg bei den ROSTOCK SEAWOLVES ein. In einer spannenden Crunchtime erzielt Lorenz Bank wenige Sekunden vor Schluss den entscheidenden Korb. Bester Werfer des Nachmittags ist TJ Crockett mit 23 Punkten.

Spielverlauf und Wendepunkt: 18 Führungswechsel in einem "Do-or-die"-Spiel sprechen eine deutliche Sprache. In der Crunchtime hätte die Partie durchaus in beide Richtungen kippen können, denn für Rostock setzte sich TJ Crockett den viel zitierten Rucksack auf und traf wichtige Würfe, unter anderem einen Dreier mit Foul zur 77:74-Führung 90 Sekunden vor dem Ende. Als Owen Klassen wenig später per Dunking auf 79:76 stellte, stand die Stadthalle Rostock komplett Kopf.

Björn Harmsen bat sein Team daraufhin zu einer Auszeit. Diese schien Wirkung gezeigt zu haben, denn erst zog Eric Washington ein Foul und somit zwei Freiwürfe, dann griff die Verteidigung. Und mit neun Sekunden auf der Uhr schlug die große Stunde von Lorenz Bank. Er bekam auf dem rechten Flügel den Ball von Tavion Dunn-Martin, zog zum Korb und netzte sicher ein: Führung Jena! Der letzte Versuch der SEAWOLVES kam zu spät, und Jena lag sich feiernd in den Armen.

Zahlen, bitte: Die Foulbelastung vor der Bigmen-Riege tat Rostock den gesamten Spielverlauf über weh. Sid-Marlon Theis musste nach 14 Minuten auf dem Parkett mit fünf Fouls frühzeitig runter, und auch Owen Klassen und Andy van Vliet waren mit jeweils vier persönlichen Fouls nur eingeschränkt handlungsfähig. Dies war womöglich die Ursache dafür, dass Jena das Rebound-Duell mit 42:35 gewann und sich insgesamt 17 zweite und dritte Wurfchancen erarbeitete.

Duell im Fokus: In der entscheidenden Phase lag bei Rostock viel Verantwortung bei TJ Crockett. Der Neuzugang aus Braunschweig überzeugte auch mit 23 Punkten, konnte das Ausscheiden am Ende aber nicht verhindern. Auf der Gegenseite bestach Jena als Kollektiv mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung, denn zehn der elf eingesetzten Spieler trugen sich in die Spalte der Scorer ein. Fünf Akteure punkteten zweistellig, am besten Great Osobor mit 15 Zählern.

Stemmte sich mit aller Kraft gegen die Niederlage: Rostocks Topscorer TJ Crockett (mit Ball). (Foto: Fotostand / Voelker)

Spieler des Spiels: Wer in einem derart knappen Spiel den entscheidenden Korb erzielt, ist natürlich der Spieler des Spiels. Lorenz Bank erzielte zwar nur zwei Körbe aus dem Spiel heraus, darunter aber den entscheidenden Treffer zum 80:79. Dazu holte sich der 24-jährige Forward acht Rebounds, Bestwert seines Teams.

Am Rande der Bande: … saßen 2.840 Zuschauer in der Stadthalle Rostock.

Weise Worte: „Pokal ist Pokal. Ich bin total stolz auf die Jungs. Es hätte in beide Richtungen gehen können“, konstatierte Björn Harmsen im Nachgang an die Partie. Sein Gegenüber Przemyslaw Frasunkiewicz ergänzte zerknirscht: „Der Wurf am Ende ist meistens Glück. Auf jeden Fall haben wir zwei verschiedene Spiele gespielt. Zuerst weich und langsam, danach aggressiv und smart.“

Wie geht’s weiter: Rostock hat bereits am Dienstag die Gelegenheit zur Wiedergutmachung, denn im FIBA Europe Cup geht es in heimischer Halle gegen Antwerpen zur Sache. In der BBL geht es mit einem Auswärtsspiel bei den Basketball Löwen Braunschweig weiter. Jena will in heimscher Halle gegen die Veolia Towers Hamburg den dritten Pflichtspielsieg in Serie einfahren.

Video: Highlights zu dieser Partie gibt es in Kürze hier bei Dyn oder auch auf dem Youtube-Kanal von Dyn und der Liga.