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Gamewinner eine Sekunde vor Schluss: Chris Clemons schießt Oldenburg ins TOP FOUR

Der Pokal hat bekanntlich seine eigenen Gesetze. Ein Derby sowieso. Da ist es nur passend, dass die Partie zwischen RASTA Vechta und den EWE Baskets Oldenburg nichts für schwache Nerven ist und erst in der Schlussphase entschieden wird. Rekordmann Chris Clemons ist es schließlich vorbehalten, die „Donnervögel“ nach zwischenzeitlich zehn Zählern Rückstand zum erfolgreichen Comeback zu führen - welches er mit einem tiefen Dreier eine Sekunde vor Ende persönlich mit dem Einzug ins TOP FOUR veredelt.

Spielverlauf und Wendepunkt: Wie es sich für ein Pokal-Viertelfinale gehört, gingen beide Mannschaften von Beginn an mit viel Energie und hoher Intensität zu Werke. Die Anzeigetafel bekam zunächst wenig zu tun, doch das änderte sich zumindest aufseiten der Gastgeber durch die Hereinnahme von Joschka Ferner. Der Linkshänder verwandelte noch im ersten Viertel zwei Dreier und trug so dazu bei, dass RASTA das Momentum auf seine Seite ziehen konnte (19:15, 10. Minute). Die Hausherren behielten den Schwung bei, bauten ihren Vorsprung mit einem 6:0-Lauf erstmals in den zweistelligen Bereich aus, doch Chris Clemons verhinderte mit insgesamt elf Zählern vor der Pause, dass Oldenburg noch weiter zurückfiel (39:30, 20. Minute).

Es war der Physis der Huntestädter zu verdanken, dass die Partie direkt nach dem Wiederbeginn an Spannung zunahm. Oldenburg bestimmte über die eigene Verteidigung das Tempo des Geschehens und gewann zügig die Oberhand (48:49, 26. Minute). Im Gang nach vorn verteilten die Baskets im dritten Viertel satte sechs Assists, was im harten Kontrast zur statischen ersten Hälfte stand (55:56, 30. Minute). In der Schlussphase war es zunächst der bis dahin nahezu unauffällig agierende Alonzo Verge, der seine Farben wieder in Front brachte, ehe Phil Herkenhoff mit einem Dreier gegen den Mann die nächste Oldenburger Auszeit erzwang (66:62, 38.). Die „Donnervögel“ verdankten es Dakarai Tucker, dass sie nochmals herankamen, zumal Verge an der Linie anstatt der Führung nur den Ausgleich bestellte (69:69, 40. Minute). So bot sich Clemons mit dem letzten Angriff die Chance, zum Matchwinner zu avancieren. Der Amerikaner lieferte mit einer Sekunde verbleibender Restspielzeit von jenseits des Perimeters eiskalt ab … zum Sieg und dem damit verbundenen Einzug in die Pokalendrunde.

Duell im Fokus: Bei der Ausgangslage war es beinahe klar, dass Alonzo Verge und Chris Clemons darüber entscheiden würden, welche Mannschaft das Feld als Sieger verlassen würde. Ersterer wusste mit 17 Punkten, sieben Rebounds sowie fünf Assists zu gefallen, leistete sich in der vorletzten Sequenz aber einen Ballverlust, der Oldenburg überhaupt erst die Chance auf den Gamewinner gab. Diese nutzte letztlich Chris Clemons, der mit sieben Boards und vier Vorlagen allerdings auch seine teamdienliche Seite präsentierte.

Zahlen, bitte: 3 … Assists brachten die Baskets vor der Pause lediglich an den Nebenmann. Nach der Pause kamen bei den Gästen immerhin neun Vorlagen hinzu, wodurch ihr Comeback maßgeblich angetrieben wurde.

Rekordverdächtig: Sechs der acht Viertelfinalisten haben zusammen 27-mal den Pokal gewonnen – das ist fast die Hälfte der bisher 59 ausgespielten Pokalwettbewerbe. Oldenburg steuert zu dieser Bilanz den Titelgewinn von 2015 bei … und schickt sich nun an, den Pott ein weiteres Mal in die Höhe zu stemmen.

Oldenburg strebt den zweiten Pokalgewinn der Clubhistorie an. (Foto: Becker)

Spieler der Partie: Er kam, sah und machte diesmal keine 52 Punkte. Chris Clemons begnügte sich mit 20 Zählern, wobei er vier seiner sieben Dreierversuche verwandelte (57,1 Prozent Wurfquote). In der finalen Sequenz war es an ihm, die Entscheidung zu forcieren … und er löste mit seinem Gamewinner letztlich für Oldenburg das Ticket zum TOP FOUR.

Weise Worte: „Wir sind einen ganz schön schweren Weg gegangen, aber wir haben uns diesen Sieg verdient“, urteilte Clemons nach der Partie. „Wir hatten am Ende die Chance, das Spiel zu gewinnen und ein Play aufgezeichnet, das es mir ermöglichte, den Wurf zu nehmen.“

Am Rande der Bande: … saßen 3.140 Zuschauer, darunter unter anderem auf Vechtaer Seite der angeschlagene Tommy Kuhse.

So geht’s weiter - für die Teams: Bereits am Mittwoch, den 19.11.2025, empfängt RASTA Vechta im FIBA EuropeCup die Mannschaft von Dinamo Sassari (Italien) - der Tipoff ist für 19:00 Uhr angesetzt. Die EWE Baskets Oldenburg empfangen vor dem Gang in die Länderspielpause am Samstag, den 22.11.2025, in eigener Halle die BMA365 Bamberg Baskets (Spielbeginn: 18:30 Uhr).

Video: Highlights zu dieser Partie gibt es in Kürze hier bei Dyn oder auch auf dem Youtube-Kanal von Dyn und der Liga.