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Nach konträren Saisonstarts: Heidelberg oder Chemnitz – wer zieht ins Pokal-Viertelfinale ein?

Die besondere Brisanz: Der Pokal-Wettbewerb ist der kürzeste Weg zu einem Titel und für eines der beiden Teams am Sonntagabend schon wieder vorbei. Ein kleiner Vorteil für die MLP Academics Heidelberg könnte sein, dass sie in dieser Saison bereits erfolgreich ein KO-Spiel bestritten haben; denn in der ersten Runde des BBL Pokal haben sie die Veolia Towers Hamburg mit 96:89 wieder nach Hause geschickt. Die NINERS Chemnitz hingegen durften in der ersten Runde noch zuschauen und dürften zu Recht ein wenig Druck verspüren, wenn sie jetzt für ihr erstes KO-Spiel der Saison anreisen.

Status Quo: Ein Sieg aus den ersten vier Pflichtspielen, vier Erfolge aus den ersten fünf Pflichtspielen. Wer vor der Saison gefragt worden wäre, welche Auftaktbilanz zu Heidelberg und welche zu Chemnitz passt, hätte die zweite Bilanz wahrscheinlich dem Europapokalsieger aus Chemnitz zugeordnet. Doch gefehlt: Die Heidelberger sind derart gut aus den Startblöcken gekommen. Im Ligabetrieb bewiesen die MLP Academics beim 72:65-Auswärtserfolg in Braunschweig Defensiv- und beim vorherigen 108:93-Sieg in Weißenfels Offensivqualitäten. Den NINERS ist – inklusive FIBA Champions League - nach drei Niederlagen zum Start zuletzt ein kleiner Stein vom Herzen gefallen, mit 88:77 setzten sie sich gegen RASTA Vechta durch und lagen dabei nie in Rückstand.

Retroverdächtig: Dieses Duell dürfte seit der Jahrtausendwende eines der häufigsten in der BARMER 2. Basketball Bundesliga (ProA) gewesen sein. Denn seit dem Aufstieg der NINERS 2002 dorthin standen beide Klubs ohne Unterbrechung in der zweiten Liga. Bis das Team aus Sachsen die MLP Academics mit dem Aufstieg in die easyCredit BBL im Jahr 2020 kurzzeitig überholte, diese aber ein Jahr später nachzogen. Und weil Chemnitz jetzt 25-jähriges und Heidelberg 125-jähriges Jubiläum feiert, gibt es zur Feier der Rivalität für beide Teams einen Satz neue alte Trikots.

Die ewige Bilanz: Seitdem beide wieder erstklassig unterwegs sind, steht es 6-0 für Chemnitz (seit 2021/22), doch bereits 1996 gab es in der Pokal-Qualifikation einen Sieg für den damaligen Zweitligisten Heidelberg.

Duell im Fokus: Die Zeiten sind vorbei, dass ausschließlich passorientierte, traditionelle Point Guards den Offensivmittelpunkt eines Teams stellen. Bei den NINERS Chemnitz hat sich DeAndre Lansdowne auf der Eins etabliert, ein 1,88 Meter großer Guard, der in seiner Anfangszeit in der BBL noch auf dem Flügel zuhause war. Lansdowne schlüpft in dieser Saison noch stärker in die Rolle des Spielmachers; so hat er sich von 4,2 Assists pro Spiel in der Vorsaison folgerichtig auf 5,3 Assists gesteigert. Bei den MLP Academics Heidelberg führt derzeit sogar ein 2,01 Meter großer Small Forward sein Team bei den Assists an: Ryan Mikesell kommt auf 3,5 Assists. Mikesell gibt auf dem Flügel nicht nur den Ballverteiler, sondern findet am Zonenrand auch immer wieder Mismatches. So ist er mit 18,5 Punkten zum Heidelberger Topscorer avanciert, und als wäre das nicht genug, schnappt er sich auch noch die meisten Rebounds (8,5 RPG). Lansdowne (11,3 PPG, 1,7 RPG) kann statistisch da zwar nicht mithalten, doch wie Mikesell trifft auch Lansdowne selten schlechte Entscheidungen.

Parkett frei für Ryan Mikesell und die MLP Academics - die sich in der ersten Pokalrunde erfolgreich gegen die Veolia Towers Hamburg auflehnten Foto: Lukas Adler

Zahlen, bitte: Die Teams sind statistisch ziemlich auf Augenhöhe unterwegs, bspw. fischte Chemnitz bisher 31,3 Rebounds ab, Heidelberg 32,8. Auch die Feldwurfquoten sind mit 50 und 46 Prozent nah beieinander. Allerdings treffen die Gastgeber ihren Dreier bisher etwas besser und haben dabei mit 39 Prozent getroffenen Distanzwürfen gegenüber den 31 Prozent von Chemnitz einen Vorteil.

Im Blick des Bundestrainers: Mit Jonas Richter und Mateo Seric stehen sich zwei ähnliche Typen von großen Spielern gegenüber, denn beide können dank ihrer Athletik sowohl an und in der Zone punkten als auch mal einen Dreier einstreuen. Chemnitz‘ Kapitän Richter immerhin schon zwei Länderspiele absolviert. Seric hingegen hat in seiner Karriere zuletzt noch mal einen Schritt Anlauf genommen und nach drei Jahren bei den Tigers Tübingen jetzt eben in Heidelberg angeheuert. Ebenfalls auf seine erste Nominierung für das Nationalteam arbeitet Nicholas Tischler hin.

Am Rande der Bande: Heidelbergs Alex Barcello muss mit einer Sprunggelenkverletzung ein paar Wochen aussetzen, nun hat es auch Bakary Dibba erwischt. Der 22-jährige Senkrechtstarter wird aufgrund einer Meniskusverletzung operiert werden und einige Wochen ausfallen.

Sonstiges: Die Paarungen für das Viertelfinale (07./08. Dezember) werden im Anschluss an das letzte Achtelfinale zwischen Bonn und München am Sonntag live in der Dyn-Übertragung ausgelost. Das TOP FOUR steigt am 15./16. Februar 2025.

M/W/D – German Basketball is mad sexy: Der BBL Pokal ist für die Teams in Deutschland natürlich nur ein Weg um einen Titel zu spielen. Und inzwischen stehen viele Klubs neben dem Bundesliga-Alltag dabei auch in internationalen Wettbewerben auf der Teilnehmerliste, die NINERS Chemnitz diese Saison bspw. in der FIBA Champions League. Vergangene Saison waren sie dabei noch ein Level tiefer unterwegs, haben das aber erfolgreich durchgespielt und mit dem FIBA Europe Cup den ersten Titel der Vereinsgeschichte gewonnen. Und um sich noch mal ein wenig in dieses schöne Triumphgefühl im deutschen Basketball einzumummeln, gibt es hier bei Dyn jetzt eine Dokumentation zum Titelgewinn.

Hört, hört: Um die internationalen Wettbewerbe ging es in der aktuellen Folge des Podcasts von Dyn Timeout auch, aber natürlich wird da vor allem ein Blick auf den BBL-Pokal geworfen.

Fernsehen / Livestream: Die Partie wird am Sonntag ab 14:45 Uhr live bei Dyn übertragen. Kommentator ist Fabrice Kao. Dyn ist das Zuhause der Basketballfans. Der Sender strahlt alle Begegnungen der easyCredit BBL, des BBL Pokals sowie Spiele der Basketball Champions League aus. Das umfangreiche Basketball Live-Programm wird von redaktionellen Formaten ergänzt, die auf der Dyn-Plattform und im Anschluss über die Social-Media-Kanäle von Dyn frei empfangbar sein werden. Dyn ist über den Webbrowser, Mobilgeräte, Tablets, Streaming-Sticks und Smart-TVs verfügbar. Für Sportfans, von Sportfans. Dyn Basketball. Dein Sender. Dein Sport.