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Super-Finale um den ersten Titel der Saison: Pokalverteidiger München gegen den Deutschen Meister Ulm!

Status quo: Wer zu Saisonbeginn in Deutschland einen „Supercup“ zwischen dem Meister und dem Pokalsieger vermisst, kommt jetzt doch noch auf seine Kosten. Im Finale um den BBL Pokal 2024 stehen sich am Sonntag beim SIEGMUND TOP FOUR im Münchener BMW Park der Pokalverteidiger Bayern München und der Deutsche Meister ratiopharm ulm gegenüber. Einer der beiden letztjährigen Titelgewinner wird somit auch die erste Trophäe der neuen Saison in die Höhe stemmen. Vieles spricht dabei für die Bayern und ihre drei Weltmeister Andreas Obst, Niels Giffey und Isaac Bonga: Sie sind mit zuletzt zwölf Siegen aktueller Tabellenführer der easyCredit BBL, haben als Gastgeber den Heimvorteil und hatten beim 81:62 gegen Bamberg nicht nur ein weniger Kräfte zehrendes Halbfinale, sondern haben zudem auch noch zweieinhalb Stunden mehr Zeit zur Regeneration. Die Ulmer mussten deutlich mehr Energie investieren, um vor den Augen von Weltmeister Dennis Schröder und vielen anderen Ehrengästen ihr bis zuletzt umkämpftes Halbfinale gegen Berlin 87:79 zu gewinnen. Thomas Klepeisz und Karim Jallow ackerten am Samstag 30 bzw. 29 Minuten. Die Aussicht, den Pokal in seiner Heimatstadt gewinnen zu können, dürfte aber vor allem dem in München geborenen und bei den Bayern groß gewordenen Jallow helfen, 18 Stunden später noch einmal die letzten Reserven zu mobilisieren.
Die besondere Brisanz: Beide Teams standen sich in der vergangenen Saison im Playoff-Halbfinale gegenüber, wobei Ulm die Bayern im ersten Playoff-Duell ihrer Vereinsgeschichte gegen München mit 3:0 aus allen Meisterträumen sweepte. Die Bayern haben somit noch eine dicke Rechnung mit den Ulmern offen. Im Pokal sieht die Bilanz für die Bayern dabei gut aus, denn nach den Niederlagen in den ersten drei Pokalduellen haben die Münchener seit 2014 kein Pokalspiel mehr gegen die Ulmer verloren. Vor drei Jahren beim TOP FOUR in München gaben sich die von Troy Caupain (24) und Andi Obst (23) angeführten Ulmer im Halbfinale allerdings erst nach zwei Verlängerungen geschlagen.
Frühere Pokalduelle: Drei Siege für Ulm, dann zwei für München
1988/89: SSV Ulm schlug die Bayern in der Vorrunde 2:0 (Hin-/Rückspiel)
2008/09: Ulm gewann das 16tel-Finale in München 92:89
2013/14: Ulm gewann das Halbfinale in Ulm 90:72
2017/18: Bayern gewann das Halbfinale in Ulm 80:74
2020/21: Bayern gewann das Halbfinale in München 104:102
Pokal-Historie München steht zum sechsten Mal im Finale und hat nach Niederlagen gegen Berlin 2016 und Bamberg 2017 seine letzten drei Endspiele 2018 und 2021 (gegen Berlin) und 2023 (gegen Oldenburg) alle gewonnen. Auch Ulm steht seit 1994 zum sechsten Mal im Pokalfinale, hat von den bisherigen fünf Endspielen aber nur eines gewonnen: 1996 (noch als SSV Ulm und damit vor der Neugründung des heutigen Clubs) in Berlin gegen Leverkusen mit einem legendären Buzzerbeater von Gary von Waaden - und das am 18. Februar, also auf den Tag genau 28 Jahre vor dem heutigen Finale:
Zahlen, bitte: Die Bayern, die in den vergangenen Jahren oft mit ihrer Dreierquote haderten, haben sich in dieser Saison in der easyCredit BBL mit einer Quote 41,6 Prozent zum besten Dreier-Team gemausert. Im Halbfinale gegen Bamberg blieben die Münchener bei jeweils 1/6 von Sylvain Francisco und Andreas Obst sowie 1/5 von Carsen Edwards deutlich unter ihren Möglichkeiten, aber der Sieg war trotzdem ungefährdet. Im Finale wird das Team von Trainer Pablo Laso sich an der Dreierlinie steigern müssen. Ulm nimmt vergleichsweise wenige Dreier (25,3 pro Spiel sind die zweitwenigsten in der Liga) und präferiert die leichten Punkte in der Zone – am liebsten aus Fastbreaks heraus. Ulm nimmt die zweitmeisten Zweier in der easyCredit BBL (die Bayern die zweitwenigsten) und verwandelt diese mit der zweitbesten Quote (60,4 Prozent).
Duell im Fokus: Vor dem Halbfinale der Bayern gegen Bamberg lautete die Frage: Wer soll Serge Ibaka stoppen? Tatsächlich war der Münchener Center beim 81:62-Sieg gegen Bamberg mit 15 Punkten, neun Rebounds und drei Assists der auffälligste Bayern-Spieler, obwohl er in der schon früh entschiedenen Begegnung nur 16,5 Minuten auf dem Parkett stand. Wäre es notwendig gewesen, hätte Ibaka sicher noch mehr zum Sieg beitragen können, aber Trainer Pablo Laso schonte seinen Star lieber für das Finale. Der Ulmer Center Trevion Williams führte sein Team mit einer MVP-würdigen Leistung (25 Punkte und zwölf Rebounds in 24 Minuten) zum 87:79-Sieg gegen Berlin. Die letzten zehn Ulmer Punkte gingen dabei in der Crunch-time alle auf sein Konto, als Berlin keine Antwort auf den Ulmer Center fand. Finden die Bayern eine und heißt die vielleicht Serge Ibaka?

Die ewige Bilanz: Gleich nach ihrem Aufstieg spielten die Ulmer vor 35 Jahren schon 1988/89 in Liga und Pokal viermal gegen die Bayern (3:1), aber die Bayern stiegen ab und es dauerte fast zwanzig Jahre, bis Ulm und München nach dem Wiederaufstieg der Bayern 2011 regelmäßig gegeneinander spielten. Mittlerweile stehen 36 Spiele in den Geschichtsbüchern, von denen die Bayern 21 und Ulm 15 gewann.
Das Saisonduell: Das Hinspiel in der easyCredit BBL am 17. Dezember stand im Zeichen der Rückkehr von Vladimir Lucic nach monatelanger Verletzungspause und der Kapitän war mit fehlerlosen acht Punkten in neun Minuten gleich wieder einer Faktor für die Bayern. Drei Viertel lang lieferte sich der von Georginho De Paula (19) und LJ Figueroa (17) angeführte Meister mit den Bayern ein hochklassiges Duell auf Augenhöhe (66:63), bevor sich im Schlussviertel doch die größere Tiefe der Bayern auszahlte. Leandro Bolmaro (19) führte für den 95:80-Sieg fünf zweistellig scorende Münchener an.
Am Rande der Bande: Bis auf Vladimir Lucic (21 Minuten) musste kein Münchener Spieler im Halbfinale mehr als zwanzig Minuten spielen, so dass es für Bayern-Trainer Pablo Laso zumindest aus diesem Grund keinen Anlass gibt, seine Aufstellung zu ändern, obwohl Devin Booker angeblich wieder einsatzbereit sein soll. Auf Ulmer Seite, wo Dakota Mathias immer noch verletzt ist, hat Trainer Anton Gavel keine Alternativen auf der Bank, die ihn veranlassen könnten, an seiner im Halbfinale siegreichen Aufstellung etwas zu ändern.
Am Rande der Bande II: FCB-Ehrenpräsident Uli Hoeneß wird nicht beim Fußballspiel in Bochum, sondern beim Finale um den BBL Pokal sein, wie die Sportbild schreibt. Wird er eigentlich zumindest ein wenig in einen Gewissenskonflikt kommen, zu welchem Team er hält? Schließlich ist er gebürtiger ... Ulmer!
Im Blick des Bundestrainers: Ob Gordon Herbert sich heimlich einen Ulmer Sieg wünscht? Dann könnte er nämlich gleich nach dem Spiel die von ihm für die EM-Quali nominierten Nick Weiler-Babb, Nelson Weidemann, Niklas Wimberg und Ivan Kharchenkov in die Länderspielpause mitnehmen. Andernfalls müsste er wohl noch die Feierlichkeiten in München abwarten, zu denen ihn seine Weltmeister Andi Obst, Isaac Bonga und Niels Giffey aber sicher einladen würden.
Alte Bekannte: Anton Gavel spielte ab 2014 bis zum Karriereende 2018 bei den Bayern, mit denen er einmal die Meisterschaft sowie den Pokal gewann. Karim Jallow ist gebürtiger Münchener und stammt aus der Bayern-Jugend, wo er 2015 den Sprung in den Profikader schaffte, sich allerdings nicht auf Anhieb durchsetzen konnte und über die Umwege Ludwigsburg und Braunschweig in Ulm landete. Weltmeister Andi Obst spielte vor seinem Wechsel zu den Bayern 2021 zwei Jahre für die Ulmer. Juan Nunez gab in den Playoffs 2021 unter Pablo Laso sein Profidebüt bei Real Madrid. Carsen Edwards kennt den aktuell verletzten Dakota Mathias (2016-2018) und Trevion Williams (2018/19) aus gemeinsamen Jahren an der Purdue University.

Es ist alles Gold, was glänzt: Am Sonntag wird der deutsche Pokal zwar schon zum 58. Mal vergeben, aber mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft vor fünf Monaten hat eine neue Zeitrechnung im deutschen Basketball begonnen. Am Sonntag wird in München der erste Titel im Land des neuen Weltmeisters vergeben!
Fernsehen / Livestream: Die Partie wird ab 14 Uhr im Free TV live von BR3 übertragen. Dyn überträgt aus München in gewohnter Form auf seinen diversen Plattformen bereits ab 13:30 Uhr. Dyn ist das neue Zuhause der Basketballfans. Der Sender strahlt alle Begegnungen der easyCredit BBL, des BBL Pokals sowie Spiele der Basketball Champions League aus. Das umfangreiche Live-Programm im Basketball wird von redaktionellen Formaten ergänzt, die auf der Dyn-Plattform und im Anschluss über die Social-Media-Kanäle von Dyn frei empfangbar sein werden. Dyn ist seit Anfang August über den Webbrowser, Mobilgeräte, Tablets, Streaming-Sticks und Smart-TVs verfügbar. Für Sportfans, von Sportfans. Dyn Basketball. Dein Sender. Dein Sport.