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Mit dominantem Aufwind ins Ostderby: Das Halbfinale zwischen Berlin und Chemnitz

Status quo: Die NINERS Chemnitz haben im Ligabetrieb die vergangenen vier Spiele gewonnen – in immer überzeugenderer Manier: Auf einen 87:86-Erfolg gegen Frankfurt nach Verlängerung folgte ein 81:66-Auswärtssieg in Heidelberg, ehe die Sachsen zuhause Ludwigsburg mit 74:56 dominierten und zuletzt mit dem 77:58-Sieg über München zum dritten Mal in dieser Saison ihren Status als Bayern-Schreck zementierten.

Auch ALBA BERLIN hat im Ligabetrieb vier Siege in Serie eingefahren – alle mit mindestens zwölf Punkten Differenz. Mit Crailsheim fertigten die Albatrosse einen anderen TOP-FOUR-Teilnehmer mit 106:74 ab, zuletzt bewiesen sie beim 72:56-Erfolg in Frankfurt Defensivstärke und kassierten in den letzten neuneinhalb Minuten keine Punkte. Wettbewerbsübergreifend hat Berlin sechs der vergangenen sieben Partien gewonnen. Beide Teams gehen also mit mächtig Aufwind in das Halbfinalduell.

Die besondere Brisanz: Es treffen zwei derzeitige Playoff-Teams aufeinander, die aktuell in einem Viertelfinale Heimvorteil genießen würden. Bis vor kurzem waren die beiden Clubs Tabellennachbarn, aktuell ist Chemnitz Zweiter, Berlin Vierter.

Duell im Fokus: Natürlich treffen auf der Eins mit Maodo Lo (1992) und Nelson Weidemann (1999) zwei gebürtige Berliner aus verschiedenen Generationen (die beide mal in München waren) aufeinander, die unterschiedliche Pfade zum Profitum nahmen: Nelson ging den üblichen Weg (bei ALBA ausgebildet, Junioren-Auswahl gespielt, AST-Sieger), Maodo dagegen den ungewöhnlichen (nie bei ALBA, sondern bei einem kleineren Berliner Verein, nie DBB-Junioren und erst Student an einem Elite-College, dann Profi). Heute ist der mit dem ungewöhnlichen Weg mehrfacher Titelträger und Nationalspieler, der andere dagegen hat jetzt erst seinen richtigen BBL-Durchbruch.

Genauso interessant werden die deutschen Duelle im Frontcourt werden: Dort kompensierte Jonas Richter gegen Ludwigsburg und München den Ausfall von Darion Atkins. Zusammen mit Niklas Wimberg bildet Richter ein vielseitiges Duo auf Groß, das mit 24 bzw. 26 Jahren immer noch Entwicklungspotential besitzt. Das gleiche trifft auf Berlin zu, wo Johannes Thiemann und Oscar da Silva wichtige – und ganz unterschiedliche – Rollen einnehmen: Thiemann mit verbessertem Passspiel und ungewohnter Schnelligkeit auf der Vier, da Silva als Abroller im Pick-and-Roll mit guten Händen bei Alley-Oop-Anspielen.

Mit Malte Ziegenhagen (Dreier) sowie Malte Delow, Jonas Mattisseck (Defense) und Tim Schneider (Dreier) haben beide Teams auf den deutschen Positionen noch Spieler für Spezialaufgaben in der Hinterhand. Durch Louis Olindes Kapselverletzung an der Hand könnte Delow in kleinen und Schneider in großen Formationen als Small Forward aushelfen.

Tim Schneider könnte die verletzten Louis Olinde und Yovel Zoosman ersetzen. (Foto: Camera 4)

Zahlen, bitte: Mit 17,9 Ballverlusten pro Spiel begeht kein Team im Ligabetrieb mehr Turnover als Chemnitz. Die Berliner forcieren im Ligabetrieb 15,2 Ballverluste beim Gegner – der viertbeste Wert. Aber: In den beiden Pokalspielen haben die Sachsen nur 13 Mal pro Spiel den Ball verloren. Der starke Chemnitzer Frontcourt verhilft den Sachsen zur besten Zweierquote der Liga (59,5 2P%). Aber die Berliner lassen aus diesem Bereich nur 50,6 Prozent zu – der drittbeste Wert, knapp hinter München (50,2 2P%) und Chemnitz (50,5 2P%).

Die ewige Bilanz: Alle drei bisherigen Duelle in der deutschen Beletage sind an Berlin gegangen. In dieser Saison gewannen die Albatrosse Anfang Dezember ihr Heimspiel mit 83:62. Durch ein 31:14 im dritten Viertel setzte sich Berlin entscheidend ab. Mit Johannes Thiemann (14 PTS), Tim Schneider (13 PTS) und Louis Olinde (12 PTS) waren drei deutsche Spieler Topscorer. Chemnitz war damals mit nur sieben Rotationsspieler aber ersatzgeschwächt angetreten, zudem standen Trent Lockett und Eric Washington noch nicht im Kader.

Im Blick des Bundestrainers: Bei den kommenden WM-Qualifikationsspiele dürften die Berliner Spieler erneut fehlen. Doch zum einen wird mit Niklas Wimberg ein aktueller Nationalspieler und Olympionike auf dem Parkett stehen, zum anderen dürften sich Jonas Richter und Nelson Weidemann durch starke Saisonleistungen auf den Zettel von Gordon Herbert gespielt haben.

Alte Bekannte: Neben Nelson Weidemann kehrt auch Malte Ziegenhagen in seine Heimat zurück. Der NINERS-Kapitän war vor seiner College-Zeit für die zweite ALBA-Mannschaft aktiv.

Weise Worte: „Man kann nicht sagen, dass wir im Halbfinale der Favorit sind. So wie Chemnitz derzeit spielt, haben sie ihre Chancen“, erklärte Berlins Sportmanager Himar Ojeda gegenüber der dpa nach dem Chemnitzer „Statement“ gegen München.

Am Rande der Bande: Die Chemnitzer wurden bei ihren Pokal-Heimerfolgen gegen Ulm und München von ihren Fans angepeitscht, 2.600 bzw. 3.600 Zuschauer bejubelten die Crunchtime-Erfolge in der Messe Chemnitz. Bei dieser treuen Anhängerschaft würde es nicht verwundern, wenn die Chemnitzer Fans auf dem freien Ticket-Markt zugeschlagen haben. Schließlich sind es nur 260 Kilometer zur Mercedes-Benz Arena in Berlin.

Darion Atkins fehlte Chemnitz gegen Ludwigsburg auf Grund eines positiven Coronabefunds, der Big Man könnte zum Pokal-Wochenende aber zurückkehren. Bei Berlin musste Marcus Eriksson verletzungsbedingt die vergangenen zehn Pflichtspiele aussetzen, auch Louis Olinde fällt aktuell wegen seiner Kapselverletzung an der Hand aus. Yovel Zoosman war gegen Frankfurt nicht mit von der Partie und auch bei Ben Lammers ist es fraglich, ob er wird spielen können.

Weitere Infos: Dazu gibt es hier die Teamanalyse zu dem vielleicht neuen alleinigen Rekord-Pokalsieger Berlin und hier die Teamanalyse zu den Chemnitzer Crunchtime-Königen.

Fernsehen / Livestream: Die Partie wird am Samstag ab 19:15 Uhr live bei MAGENTA SPORT als Free-TV-Angebot sowie auf dem Twitch-Kanal der easyCredit BBL übertragen. Alex Frisch, Anett Sattler führt die Field-Interviews. Es gibt alle Partien in HD - live und on demand hier bei MAGENTA SPORT.

Aktuelle Wettquoten: ALBA BERLIN vs. NINERS Chemnitz hier auf sportwetten.de.