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Berlin oder Crailsheim: Wer schreibt Geschichte am Sonntag im Pokalfinale?

Status quo: ALBA BERLIN ist seiner Favoritenrolle bei diesjährigen TOP FOUR um den MagentaSport BBL am Samstag in einem hochklassigen Halbfinale gegen starke NINERS Chemnitz gerecht geworden und steht zum 15. Mal (und zum fünften Mal in Folge) im Pokalfinale. Die Berliner haben den seit 1967 ausgespielten Pokalwettbewerb zehn Mal (zuletzt 2020) gewonnen und können jetzt mit dem elften Pokaltitel den TSV Bayer 04 Leverkusen (10 Pokaltitel) überholen und Rekordpokalsieger werden. Aber auch der Herausforderer HAKRO Merlins Crailsheim kann am Sonntag in der Berliner Mercedes-Benz Arena Pokalgeschichte schreiben und ist nach seinem Halbfinalerfolg gegen die Basketball Löwen Braunschweig wild entschlossen, diese Chance zum ersten Titel der Vereinsgeschichte zu nutzen. Als Außenseiter haben die Merlins nichts zu verlieren und die Tatsache, dass der Verein, wie auf Instagram verkündet, vor exakt 25 Jahren in das Halbfinale des Bezirkspokals eingezogen ist und nur 25 Jahre später in Berlin um den deutschen Pokalsieg kämpft, zeigt schon den zauberhaften Aufstieg der Merlins!
Die besondere Brisanz: Vor sieben Tagen standen sich ALBA und die Merlins in der Mercedes-Benz Arena bereits im Rahmen des 21. Spieltags der easyCredit BBL gegenüber und ALBA gewann deutlich 106:74 und verfehlte dabei mit 35 Assists nur knapp den 2015 von Tübingen aufgestellten Liga-Rekord (38 Assists in Hagen). Topscorer waren für Berlin Yovel Zoosman und Oscar da Silva mit je 15 Punkten, bei den Merlins gab es 18 Punkte von T. J. Shorts . Aber vor diesem Sonntag sind die Karten neu gemischt – nicht nur, weil auf Berliner Seite Zoosman voraussichtlich verletzt fehlen wird. Vor einer Woche spielten die Crailsheimer in Berlin nach zwei Europapokalspielen unter der Woche ihr drittes Spiel innerhalb von sechs Tagen. ALBA hatte in derselben Woche nur einen internationalen Einsatz. Vor dem Pokalfinale hatten aber die Merlins jetzt drei Stunden mehr Zeit zur Regeneration als die Berliner.
Duell im Fokus: Nach dem ersten Halbfinale am Samstag war es einfach, den besten Spieler zu bestimmen. Der MVP-Kandidat T.J. Shorts war beim 85:71 über Braunschweig mit 26 Punkten und neun Assists einmal mehr der Dreh- und Angelpunkt seiner Merlins. Im zweiten Halbfinale lieferten sich Maodo Lo und Jaleen Smith mit je 19 Punkten und drei Assists ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die MVP-Würde – mit am Ende leichten Vorteilen für den amtierenden Liga-MVP, der auch noch vier Rebounds und drei Steals zum Berliner 91:81 gegen Chemnitz beisteuerte. Diese drei Schlüsselspieler auf der Spielmacherposition starten auch am Sonntag in der Pole Position für die Auszeichnung zum MVP des Pokalwochenendes.

Die Trainer: ALBAs langjähriger Assistenztrainer Israel Gonzalez hat im Sommer die abgetretene Trainer-Legende Aito Garcia Reneses als Headcoach abgelöst und kann gleich in seiner ersten Saison als ALBA-Coach am Sonntag (vier Tage nach seinem 47. Geburtstag) den ersten Titel seiner Karriere gewinnen. Auch für Sebastian Gleim, der mit 37 Jahren der jüngste Trainer in der easyCredit BBL ist, wäre ein Titel der erste in seiner noch jungen Karriere als Headcoach.
Zahlen, bitte: Crailsheim erzielt in der easyCredit BBL die zweitmeisten Punkte (87.2 PPG) und Berlin nur die fünftmeisten (85.3 PPG), aber ALBA ist mit im Schnitt nur 73,0 zugelassenene gegnerischen Punkten das defensivstärkste Team der Liga. Crailsheim kassiert im Schnitt zehn Punkte mehr (83,4). Berlin ist dabei vor allem bei den Rebounds (39.0 PPG) und den Blocks (3.3 BPG) das stärkste Team der Liga. Die Merlins sind in der Zone mit nur 32.7 RPG (Rang 17) und 2.2 BPG (Rang 12) deutlich weniger präsent.
Die ewige Bilanz: Von bisher elf Duellen in der easyCredit BBL gegen ALBA konnten die Merlins nur eines (vor zwei Jahren 91:82 in der Arena Hohenlohe) gewinnen.

Im Blick des Bundestrainers: Gordon Herbert hat für die beiden WM-Qualifikationsspiele gegen Israel keine Spieler der Pokalfinalisten nominiert, zumal der Termin für das erste Spiel am Freitag in Tel Aviv mit Berlins EuroLeague-Gastspiel in Frankreich kollidiert. Für das zweite Spiel am Montag in Heidelberg könnten ALBA-Spieler wie Maodo Lo oder Johannes Thiemann bei Bedarf zum Team stoßen. Pikanterweise hat auch der israelische Verband um die Freigabe zweier ALBA-Spieler (Yovel Zoosman und Tamir Blatt) gebeten ...
Alte Bekannte: Bogdan Radosavljevic steht zum zweiten Mal im Pokalfinale. 2018 scheiterte er mit ALBA in Ulm an den Bayern und hatte damals schon Jonas Mattisseck, Tim Schneider und Luke Sikma an seiner Seite. Sikma spielt am Sonntag bereits sein fünftes Pokalfinale in Folge.
Sonstiges: Luke Sikma, Johannes Thiemann, Jonas Mattisseck, Malte Delow und Markus Eriksson wurden schon 2020 mit ALBA Pokalsieger (Tim Schneider war damals verletzt). Maodo Lo und Louis Olinde wurden 2017 mit Bamberg Pokalsieger, der aktuell verletzte Louis Olinde zudem 2019 (ebenfalls mit Bamberg).
Am Rande der Bande: Auch wenn nur 4.000 Personen in die Mercedes-Benz Arena durften, sorgten die Fans schon wieder für eine lange vermisste Basketball-Atmosphäre in der Arena und werden das sicher auch am Sonntag tun.
Fernsehen / Livestream: MAGENTA SPORT berichtet ab 14:30 Uhr live und als Free-TV-Angebot auf allen Plattformen aus der Mercedes-Benz Arena. Benni Zander kommentiert, Pascal Roller ist der Experte und Anett Sattler führt die Interviews. Es gibt alle Partien in HD - live und on demand hier bei MAGENTA SPORT. Zusätzlich wird das Finale vom rbb per Livestream übertragen und über den eigenen Twitch-Kanal der easyCredit BBL gestreamt.
Aktuelle Wettquoten: HAKRO Merlins Crailsheim vs. ALBA BERLIN hier auf sportwetten.de.